FIV Feliner Immunschwächevirus

Ich habe schon oft von Katzenaids gehört. Was ist das?
1987 wurde erstmals in einem kalifornischen Bestand von chronisch kranken Katzen ein bis dahin noch
unbekanntes, das Immunsystem schwächendes Virus isoliert, das die Entdecker als Katzenimmunschwächevirus
(FIV) bezeichneten. Es gehört zu einer Gruppe von Viren, die auch bei Rindern und Affen vorkommen.
Bekanntester Vertreter dieser Gruppe ist das menschliche Aids-Virus (HIV).
FIV wirkt sich für die Katze ähnlich aus wie HIV für den Menschen. Die Krankheit ist bis anhin
unheilbar und verläuft tödlich.

Sind alle Katzen davon betroffen?
Ende der achtziger Jahre tauchte auch in Europa das FIV-Virus bei Katzen auf. Vermutlich sind in der
Schweiz etwa 3 % des Katzenbestandes Virusträger. Die Durchseuchung ist regional verschieden hoch und
abhängig von den Haltungsbedingungen.
Untersuchungen zeigten, dass männliche Katzen häufiger infiziert sind als weibliche. Das ist darauf
zurückzuführen, dass Kater öfter in Auseinandersetzungen mit Bisswunden verwickelt werden und Bisse
der Hauptübertragungsweg der FIV-Infektion sind.

Wie wird der Virus übertragen?
FIV ist nach den bisherigen Erkenntnissen durch Biss auf andere Katzen übertragbar. Es kann bei
Katzen ein Immunschwäche- bzw. AIDS-ähnliches Syndrom verursachen, weshalb man auch von „Katzen-Aids“
spricht. Trotzdem unterscheiden sich FIV und HIV deutlich voneinander.

Bei Katzenwelpen kann es zu einem positivem Ergebnis kommen, obwohl keine Infektion vorliegt.
Zu diesem positivem Ergebnis kommt es, wenn FIV-Antikörper von der Mutter auf die Welpen übertragen.
Bei Welpen ist ein aussagekräftiger Test nach 6-8 Monaten möglich. Ein negatives Testergebnis bedeutet,
dass keine Antikörper im Blut enthalten sind. Nach einer Infektion dauert es jedoch 8 bis 12 Wochen,
bis Antikörper im Blut nachgewiesen werden können.

Was tun, wenn meine Katze ein positives Testergebnis hat?
Weder FeLV noch FIV sind für den Menschen ansteckend, und Ihr Liebling kann mit einer FeLV/FIV Infektion noch
lange leben. Auch wenn beide Erkrankungen an sich unheilbar sind, kann durch eine gezielte Therapie das Leben
verlängert und vor allem das Allgemeinbefinden deutlich verbessert werden. Wichtig ist dabei, jeglichen Stress
und Krankheiten soweit wie möglich zu vermeiden.

von Katja Zuniga, Juni 1996 copyright by "Stiftung Pro Büsi"